LE 1 | Eine inklusive Haltung entwickeln

Wenn Menschen aufeinander treffen und miteinander interagieren, orientieren sie sich an vorangegangenen Erfahrungen, persönlichen Motiven, bekannten Handlungsschemata und gesellschaftlichen Normen. Diese geben uns Sicherheit und einen Rahmen, in dem wir uns bewegen können. Oft sind uns diese Motive, Vorstellungen und Normen nicht bewusst, sodass wir nicht merken, wie sie unser Handeln leiten.

Im Nachfolgenden findest du Fragen, mithilfe derer du dich mit deiner persönlichen Lebenswelt auseinander setzen und überlegen kannst, welche Sichtweise du auf Menschen mit Behinderungen hast.


Reflexionsaufgabe

Beantworte für dich selbst folgende Fragen:

  • Welche Privilegien habe ich als Mann/Frau/diverse Person mit meinem Aussehen/Alter/meinen körperlichen Fähigkeiten …? Wie wirken sich diese auf mein Denken, Handeln oder meine Arbeit aus?
  • Welche Normvorstellungen habe ich? Warum ist das so?
  • Kennst du selbst Menschen mit Behinderung? Welche Erfahrungen hast du gemacht?
  • Hattest du Berührungsängste? Wenn ja, warum?

Notiere deine Antworten im Dokumentationstool. Du kannst z.B. eine MindMap erstellen oder mit anderen Visualisierungen deine Gedanken festhalten.

Die Kernfragen von Inklusion sind: wer wird inkludiert und wer wird exkludiert? Damit spannt sich die Dimension der Inklusion über die gesamte Gesellschaft hinweg. Jede Person und jede Gruppe trägt Merkmale an sich oder führt bestimmte Handlungen aus, die inkludieren oder exkludieren. Wenn wir intime Beziehungsformen wie eine Partnerschaft oder eine Familie betrachten, dann ist es durchaus legitim, wenn eine Exklusion zu einem Schutzrahmen führt. Insbesondere bei öffentlichen Räumen ist es jedoch wichtig zu beachten, dass auch jede:r Zugang hat und nicht exkludiert wird.

Du hast dich eben mit deinen eigenen Merkmalen und Normvorstellungen auseinander gesetzt und diese reflektiert. Das weite Inklusionsverständnis umfasst alle Dimensionen gesellschaftlicher Kategorien, die die Teilhabe betreffen und damit jede Person in irgendeiner Form. Das enge Inklusionsverständnis bezieht sich auf Menschen mit Behinderungen. Unser Fokus bei KuLO im Baustein Barrierefreiheit sind ebenfalls die Menschen mit Behinderungen. Somit beziehen wir uns auf das enge Inklusionsverständnis.