Glossar

Barrierefreiheit

Lebensbereiche wie Kunst und Kultur sind barrierefrei, „wenn sie für Menschen [...] grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung [von] [...] notwendige[n] Hilfsmittel[n] zulässig.“ (Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, §4 Barrierefreiheit). Barrierefreiheit verstehen wir dabei stets als relationales Phänomen und nicht als absolute Monokultur: Sie kommt zum Tragen, wenn ein Mensch mit seinen spezifischen Lebensbedingungen auf einen Kontext trifft. Es geht nicht um Gleichmacherei in den Strukturen, Inhalten oder Praktiken, sondern plurale Möglichkeiten zur Teilhabe.

Diversität

Wird die Gesellschaft mit der Perspektive der Diversität betrachtet, so werden plurale Lebensverhältnisse normal und akzeptiert. Heterogenität in individuellen und kollektiven Merkmalen wie Herkunft, Ethnizität, Religion, sexuelle Identität, Behinderung, Alter und Geschlecht wird als Bereicherung wertgeschätzt (vgl. Salzbrunn 2014: 6). Der Begriff Diversität wird erstmals in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von den Geisteswissenschaften aufgenommen auf ist jedoch inhaltlich mit dem Begriff der Vielfalt verwandt, dessen Wurzeln weit tiefer liegen. Heutzutage wird der Begriff zum einen in der politischen Debatte um die Anerkennung unterdrückter Minderheiten verwendet, bei der Anerkennung von Menschen, die sich zu der LGBTQIA* Bewegung zählen und bei der Anerkennung von Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Er wird demnach ideologisch mit den Bedarfen von Menschen gefüllt, die sich aufgrund von irgendwelchen Merkmalen nicht akzeptiert fühlen.

Inklusion

Inklusion ist ein Menschenrecht, das für alle Menschen gilt und zielt darauf ab, „strukturelle (rechtliche) Rahmenbedingungen zu schaffen, die benachteiligende Ausgangslagen ausgleichen können und Partizipation ermöglichen“ (Georgi 2015: 26). Benachteiligungen können durch eine Vielfalt an Differenzkategorien entstehen, etwa durch einen Migrationshintergrund, eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung, durch ein geringes Einkommen, durch eine queere Identität und viele andere. Manche Gruppen von Menschen erleben Benachteiligungen in viel stärkerem Maße als andere, aber das Thema betrifft jeden einzelnen. Nicht zuletzt bei dem Ziel einer inklusiveren Gesellschaft kann und sollte jede*r seinen Teil dazu beitragen. Inklusion will alle Menschen miteinbinden und keinen ausschließen!

Teilhabe & Partizipation

Teilhabe und Partizipation sind zentrale Begriffe in der gesellschaftlichen Transformation. Von Kardorff zerlegt den Teilhabebegriff in 4 Aspekte: teilnehmen (aktive Nutzung der Bürgerrolle), teilhaben (über Zugangsmöglichkeiten verfügen), teilgeben (Einbringen von Kompetenzen) und Teil sein (diskriminierungsfreie Anerkennung) (von Kardorff, 2014). Oft werden Teilhabe und Partizipation im Deutschen synonym verwendet. Es kommt z.T. zu Vermischung der inhaltlichen Bedeutung von sozialer Teilhabe im Sinne des „Einbezogensein in eine Lebenssituation“ und politischer Partizipation im Sinne von Mitbestimmung. Teilhabe und Partizipation fußen stets auf Interaktion!