LE 4 | SWOT-Analyse

Analyseergebnisse nutzen

Du hast nun im Verlauf dieses Moduls einige Anregungen und Modelle kennengelernt, die dir auf dem Weg der Organisations- und Projektentwicklung weiterhelfen können. Bevor du übergeordnete Ziele definierst, gehe nochmal einen Schritt zurück zu Gewichtung und Bewertung der Bedarfe deiner Institution, die du in Kapitel 3, Lerneinheit 3 ermittelt hast.

Mit dem Wissen um Wertefragen, Vision und Mission: Wie blickst du jetzt auf die heraus-gearbeiteten Themen? Haben sich für dich dadurch andere Prioritäten oder Ideen ergeben?

Fragestellung und Projektideen für die Praxis entwickeln

KuLO möchte dich zur kontinuierlichen Arbeit an einem eigenen Projektvorhaben in Verbindung mit den Inhalten der Weiterbildung ermuntern. Vielleicht bist du schon mit einer groben Fragestellung oder Herausforderung in die Weiterbildung gestartet, die du zu einem eigenen Projekt ausbauen kannst. Vielleicht möchtest du die Idee noch einmal verändern oder eine neue entwickeln. Hierzu wird es auf jeden Fall noch mehrmals Gelegenheit geben.

Um deine Fragestellung zu konkretisieren oder zu bewerten, kannst du mithilfe der folgenden Aufgabe exemplarisch einzelne Bereiche aus der Analyse deiner Institution untersuchen. Ergibt sich daraus eine Projektidee oder sind die herausgearbeiteten Aspekte hilfreich für deren Umsetzung?

Die sogenannte SWOT-Analyse unterstützt dich dabei Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bezüglich der jeweiligen Herausforderungen zu ermitteln. Ähnlich wie bei den SMART-Zielen setzt sich die Bezeichnung SWOT aus den Anfangsbuchstaben der ursprünglich englischen Begriffe zusammen: strengths, weaknesses, opportunities und threats. Um Maßnahmen entwickeln zu können, ist es dabei wichtig, sich vorab auf ein konkretes Ziel bzw. einen Bereich zu fokussieren. Dies kann z.B. das Daten-Management sein oder die Webseite deiner Institution, die du gerne aktualisieren möchtest.

Von Analysen zu Maßnahmen

Das folgende KuLO-Arbeitsblatt unterstützt dich dabei eine SWOT-Analyse durchzuführen. Wie gehst du vor? In einem ersten Schritt ermittelst du mithilfe der vorgegebenen Fragen zunächst die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des jeweiligen Bereichs. Trage die Antworten in die entsprechenden Felder des Arbeitsbogens ein. Das geht wie auch schon beim Analyse-Canvas digital oder analog. Was machst du nun mit diesen Informationen?

Das Design der SWOT-Analyse, das KuLO aufgreift, bezieht außerdem das Verhältnis zwischen internen und externen Bedingungen mit ein und ermöglicht so, praktische Strategieansätze zu entwerfen (vgl. Sereda, 2022). Hier kannst du z.B. herausarbeiten, wie du deine Stärken nutzen kannst, um Chancen zu ergreifen oder wie du durch das gezielte Nutzen von günstigen Faktoren deine Schwächen minimieren kannst. Die Analyse kann also dazu beitragen, das konkrete Potenzial deiner Projektidee einzuschätzen und zugleich Handlungsperspektiven aufzuzeigen.


Handlungsaufforderung

Try SWOT

Suche dir aus den zuvor in der Gesamtanalyse ermittelten Bedarfen ein bis zwei relevante Bereiche aus, in denen du für deine Institution Entwicklungsbedarf im Digitalen siehst. Führe exemplarisch pro Bereich eine SWOT-Analyse durch. Fülle dazu den folgenden Arbeitsbogen aus.

Plane hierfür ca. 30 min Zeit ein. Dokumentiere die Ergebnisse in deinem Notizheft (durch das ausgedruckte PDF) oder in deinem digitalen Äquivalent (mit einem Screenshot).


Tipp

Beachte

Die Aufgabe ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Übung, die dich voranbringt in deinem Veränderungsprozess. Später kannst du weitere Punkte bearbeiten oder es können auch völlig neue Aspekte hinzukommen, die deine Fragestellung beeinflussen. Und ebenso ist es möglich, auch wieder Dinge zu verwerfen.

Du kannst die SWOT-Analyse alleine durchführen; die Einbeziehung von Kolleg:innen kann helfen, weitere Perspektiven einzubinden. Somit können Chancen und Probleme identifiziert werden, die du sonst vielleicht übersehen hättest.

Bezogen auf den gesamten Strategieprozess ergibt es Sinn, nach Ausformulierung der institutionellen Vision und Leitlinien sukzessiv alle die Digitalisierung betreffenden Segmente gemeinsam mit dem Team zu untersuchen.

„Um allen Anforderungen gerecht zu werden, sollte daher jeder Bereich der Institution, der einen Berührungspunkt mit dem Digitalen hat, für die Erarbeitung einer Digitalstrategie einzeln betrachtet werden. Involviert sein sollten Mitarbeiter aus IT, Marketing, Kommunikation, Vermittlung, Kuratoren sowie Archiv bzw. Depot. Jede Abteilung muss am Ende verstehen, welche Ziele mit der Digitalstrategie erreicht werden sollen und was dafür notwendig ist.“ (Schoder, 2019)